Dein Risikobedarf und deine finanziellen Möglichkeiten

ETFs werden in der Regel oft als einfach, langweilig und sicher angepriesen. Man darf aber grundsätzlich nicht vergessen: ETF-Investitionen sind Investitionen in nicht linear verlaufende Aktien(märkte). Und hier können die Kurse durch eine starke Korrektur oder Krise im zweistelligen Bereich abwärts gehen.

Verlust machst du hier zwar nur, wenn du genau zu diesem Tiefpunkt bzw. unter deinem Einstiegspunkt verkaufst. Jedoch machen gerade Anfänger:innen hier die gleichen Fehler: Sie behalten keinen kühlen Kopf und verkaufen ihre Anteile, da sie befürchten, es könnte noch weiter runtergehen. Dabei ist es das A&O des wirklich ‚langweiligen‘ Investierens: halte deine Aktien oder ETFs langfristig und sitze Krisen aus. Denn aus der Vogelperspektive betrachtet, sind die Kurse -wenn auch teilweise mit langen Durststrecken- gestiegen.

Bevor du dein Geld am Aktienmarkt investierst, solltest du dir Gedanken über zwei Dinge machen:

  1. Wie hoch ist deine Risikotragfähigkeit?
  2. Wieviel Geld kannst du monatlich sparen, also investieren? Das bedeutet auch, dass du auf dieses Geld langfristig verzichten kannst und es nicht demnächst für die Klassenfahrt deines Kindes oder andere größere Kosten brauchst
Die Frage zu Punkt 1 lautet:
  • Wieviel will ich?
Die Frage zu Punkt 2 lautet:
  • Wieviel kann ich?
So findest du heraus, wie hoch deine monatliche Sparrate oder ein einmaliger Betrag sein kann, den du ‚entbehren‘ kannst.

Vor- und Nachteile der Einmaleinzahlung

Grundsätzlich gilt, dass nur investiertes Geld an der Börse Rendite einbringen kann. So lange es auf dem Konto oder Sparbuch liegt, kann es das nicht. Solltest du deshalb alles, was nicht niet- und nagelfest ist investieren? Nein, denn für Börsenanfänger*innen kann es hart sein, wenn die ersten investierten 1000€ in der nächsten Börsenkorrektur plötzlich 10% weniger wert sind.

Du musst dich schließlich noch darin üben, entspannt zu bleiben und immer den langen Anlagehorizont im Blick zu haben. Wenn dein Depotwert relativ am Anfang in die roten Zahlen rutscht, kannst du versucht sein Panikverkäufe vorzunehmen. Erfahrene Anleger*innen sitzen so etwas aus und schauen auch weniger in das Depot.

Wenn du bestimmte Kriterien beachtest, kann eine größere Einmalzahlung das Richtige für dich sein:

  • Du kannst die Summe über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahre entbehren
  • Du  hast dich für einen oder mehrere breit gestreute ETFs entschieden
  • Du hast dir eine Strategie überlegt bezüglich deiner Ziele und deines Anlagezeitraums
  • Du kannst dein Risikoprofil einschätzen und weißt, was in Krisenzeiten an der Börse zu tun ist – im Zweifelsfall nämlich garnichts
 

Vor- und Nachteile des Sparplans / regelmäßiger kleinerer Beträge

Die Vorteile des Sparplans, also eines monatlichen Dauerauftrages mit kleineren Beträgen, überwiegen:

  • Du tastest dich an die Börse heran und bekommst ein Gefühl für Investitionen
  • Du bist flexibel und kannst die Sparpläne jederzeit an deine persönliche finanzielle Situation anpassen
  • Das Auf und Ab der Kurse macht sich nicht so stark im Depot bemerkbar, da du jeden Monat neu investierst. Man nennt das auch den Durchschnittskosteneffekt. Hier investiert ein*e Anleger*in regelmäßig einen bestimmten Betrag, um die Auswirkungen der Kursschwankungen auf den Gesamtkauf zu verringern
  • Sparpläne gibt es bereits ab einem Euro. Dadurch haben auch Anleger*innen mit kleinem Budget die Möglichkeit einzusteigen
  • Der Nachteil ist, dass du Geld, das vielleicht investiert gute Rendite bringen könnte, auf dem zinsfreien Konto liegen hast. Hier verliert es zudem durch Inflation stetig an Kaufkraft.

Wie es dir gefällt

Auf die Frage, wieviel Geld man investieren sollte, gibt es also wie immer keine einfache Antwort. Das hängt von sehr individuellen Faktoren ab. Im Zweifelsfall kannst du mit einem Sparplan anfangen und dich dann an größere Summen herantasten. Mit der Erfahrung wird auch deine Sicherheit steigen.