Mach den ersten Schritt: So richtest du dir ein Depot ein

Mach den ersten Schritt: So richtest du dir ein Depot ein

Hast du dir vorgenommen, einen ETF zu besparen? Bevor du einen Sparplan einrichten oder auch nur eine größere Einmaleinzahlung vornehmen kannst, brauchst du ein Wertpapierdepot. Es ist – ähnlich wie ein Konto – der Ort für den Zahlungsverkehr/ alle Transaktionen rund um den Aktienmarkt, also auch ETFs.

Um Geld auf dein Depot zu bekommen, zahlst du entweder einen Betrag auf ein Verrechnungskonto ein, das an dein Depot geknüpft ist. Oder du übermittelst die Zahlungen direkt von deinem Girokonto.

Du kannst ein Depot bei einer Filialbank, bei einem Onlinebroker per App oder (meine Empfehlung) bei einer Direktbank eröffnen. Eine Direktbank schneidet gegenüber einem Onlinebroker besser ab, wenn dir z.B. persönliche Beratung und Kundenservice sehr wichtig ist. Da diese Banken hauptsächlich online arbeiten, sind sie fast rund um die Uhr erreichbar. Zudem sind die Depotkosten gering oder gebührenfrei. Zu guter letzt sind die Ordergebühren, also die Kosten für Kauf und Verkauf der Wertpapieranteile günstiger. Dies ist wiederum bei Trading Apps auch so.

In welcher Reihenfolge gehst du nun also vor?

1. Ein Depot finden

Es gibt sehr viele Depotanbieter. Diese werden auch Broker/ Vermittler genannt. Wie schon erwähnt, können dies

– Filialbanken (Beispiel: Sparkasse)

– Direktbanken (Beispiel: Comdirect)

Online Broker (Beispiel: Trade Republic)

sein.

Bei Filialbanken triffst du auf echte BankberaterInnen, die dich zwar persönlich beraten, dir aber nicht immer die besten Produkte verkaufen. Hier wird dir höchstwahrscheinlich zu einem gemanagten Produkt geraten, das dich viel Gebühren und damit Renditeabstriche kostet. Nichtsdestotrotz kannst du mal bei deiner ‚Hausbank‘ nach den Bedingungen eines Depots fragen. Du musst ja kein Produkt dazukaufen. Und was du dann mit dem Depot besparst, kannst du nämlich so oder so selbst entscheiden.

Eine Direktbank ist vor allem online vertreten. Du hast alle Angebote im Überblick und kannst dich eigenständig informieren. Wenn du Fragen hast, steht dir trotzdem ein Kundenservice zur Verfügung. Auch wenn du gern einen gemanagten Fonds hättest oder z. B. einen ETF mit Roboadvisor, wirst du hier fündig.

Onlinebroker sind der neue heiße Scheiß und in aller Munde/ auf aller Handy. Per App kannst du sehr kostengünstig und zeitsparend Wertpapiergeschäfte tätigen. Diese Anbieter sparen aber meist beim Kundenservice und es gibt noch keine langjährige Expertise. Zudem ist es gefährlich für AnfängerInnen, per Druck auf bunte Buttons zu schnell und uninformiert Aktien zu kaufen.

Wenn du dir unsicher bist, fang doch bei deiner eigenen Bank an und erfrage die Konditionen für eine Depoteröffnung. Vielleicht sagt dir das Angebot ja schon zu.

Bei einem Depotvergleich musst du dir folgende Dinge anschauen:

Wichtig
Super wichtig
für Profis
As you like

Für die Depoteröffnung lässt du dir, wenn du dich entschieden hast, Unterlagen zuschicken oder druckst sie online aus. Sie müssen unterschrieben per Post zurückgesandt werden.

2. Angemessenheitsprüfung

Die Banken oder Anbieter sind verpflichtet zu überprüfen, welche Erfahrungen du mit risikobehafteten Anlagen hast. Du gibst diese Angaben selbstständig in einer Abfrage online oder in Papierform an.

Du kannst auch ein Depot eröffnen, wenn du noch keine Erfahrungen gemacht hast. Du erhältst dann aber in der Regel einen Warnhinweis oder – wenn du möchtest – natürlich auch ein Beratungsgespräch. Lass dich hiervon nicht verunsichern! Wenn du dich vorher informiert hast, weißt du ja, dass du diversifiziert (breit gestreut) und langfristig in einen ETF investierst und das Risiko somit minimal hälst.

3. Post-Ident-Verfahren

Es gibt zwei mögliche Verfahren, mit denen du dich als Kontoeröffnende identifizieren kannst (und musst). Das ist wie bei einer Kontoeröffnung. Entweder gehst du mit den ausgefüllten Depotunterlagen und deinem Personalausweis zu einer Postfiliale. Dort zeigst du am Schalter alles vor und bist fertig.

Oder du machst am Telefon ein Videoident-Verfahren. Hier telefonierst du (mit Kamera) mit einer Person der Bank oder einem darauf spezialisierten Subunternehmen. Hier zeigst du dich und deinen Personalausweis in die Kamera. Es dauert oft etwas länger bis alle Zeichen auf dem Ausweis erkannt/ gescannt sind. Zudem hängst du ggf. in der Warteschlange am Telefon. Dies kannst du zwar von zuhause aus machen, du solltest aber mindestens 20 Minuten dafür einrechnen.

4. Anmelden und Loslegen!

Sobald du die Depotunterlagen von der Bank per Post erhalten hast, kannst du dich online anmelden und dein Depot aktivieren.

Du musst nun noch entscheiden, ob das Geld für einen Sparplan oder wahlweise eine Einmalzahlung von dem Girokonto oder einem Depotverrechnungskonto abgehen soll. Das Verrechnungskonto wird dir von der Bank (meistens kostenlos) zusätzlich zum Depot angeboten. Es hat den großen Vorteil, dass du deine Geschäfte vom normalen Girokonto abkoppeln kannst und auch steuerrechtlich relevante Einnahmen besser überblicken kannst. Der Nachteil ist, dass du es immer vom Girokonto aus bestücken musst.

Herzlichen Glückwunsch, du hast jetzt dein Depot und kannst den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit beschreiten 🙂