ETF-Gewinne versteuern – Wie geht das?

Das Wichtigste in Kürze

Kapitalerträge müssen versteuert werden. Das sind Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne (d.h. wenn du ETF/ Aktien/anteile mit Gewinn verkaufst)

Bei einem ETF sind durch die sogenannte Teilfreistellungsquote 30% der Erträge steuerfrei. Das bedeutet, dass auf 70% Steuern gezahlt werden müssen. Dies gilt übrigens nur für ETF, die einen Aktienanteil von mindestens 51% enthalten.

Es fallen Kapitalertragssteuer von 25% und davon 5,5% Soli (= insgesamt 26,375%) und ggf. Kirchensteuer an.

Die Steuer wird direkt vom Depotanbieter einbezogen (sog. Quellensteuer), daher musst du nichts unternehmen.

Der Sparer:innenpauschbetrag

Es gibt einen Steuerfreibetrag über 801€ pro Person und Jahr (Erhöhung ab 2023 auf 1000€). Für Gewinne unter diesem Betrag zahlst du keine Steuern.

Der Steuerfreibetrag muss als Freistellungsauftrag bei der Bank eingerichtet werden. Dies kann unübersichtlich werden, wenn du mehrere Konten/ Depots hast und den Betrag splittest. Schreib dir daher die Beträge auf.

Du kannst dir die gezahlte Steuer auch mit der Steuererklärung erstatten lassen

Durch einen ausschüttenden ETF kannst du die steuerfreien 801€ ausnutzen und die Gewinne wieder reinvestieren. Es gibt auch Broker, die eine automatische Wiederanlage anbieten. Einmal versteuerte Gewinne müssen natürlich später nicht wieder versteuert werden

Die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Thesaurierende ETFs legen die Dividendenausschüttungen automatisch wieder an. Du musst dich hier um nichts kümmern. Um eine in ferner Zukunft – wenn du ETF-Anteile wieder verkaufst, also Gewinne realisierst – anfallende hohe Versteuerung zu mindern, fällt hierfür jährlich eine Vorabpauschale an.

Sie wird auf Grundlage vom Wertzuwachs des ETFs, des Basiszins der Bundesbank und der Teilfreistellungsquote (siehe oben) berechnet. Die Vorabpauschale fällt durch den aktuell immernoch sehr niedrigen Basiszins eher klein aus. Sie fällt nicht an, wenn es bei deinem ETF keinen Wertzuwachs oder sogar einen Verlust gibt.

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