Der richtige Einstiegszeitpunkt für deine ETF-Investition

Gleich vorab muss ich dich enttäuschen: der Artikel hält keine klare Lösung für dich bereicht. Da wir nicht in die Zukunft schauen können, ist der perfekte Zeitpunkt auch nicht definierbar.

Es gibt unterschiedliche Strategien, sich einen Zeitpunkt nutzbar zu machen oder diesen eben komplett zu ignorieren. Am Aktienmarkt kann man auf verschiedene Arten investieren:
 
  • Traden und Spekulieren
  • Langfristig investieren

 

Was bedeutet Traden bzw. Spekulieren?

 
Beim Traden (=Handeln) und spekulieren geht es um kurzfristiges Handeln am Aktienmarkt. Du beschäftigst dich intensiv mit einem Wertpapier und dem dazugehörigen Unternehmen. Du ’spekulierst‘ auf zukünftige Erfolge und dementsprechendes Wachstum dieses Unternehmen. Durch das korrekte ‚Stock Picking‘ kannst du so am Erfolg dieses Unternehmens durch den entsprechenden Kurswachstum teilhaben.
 
Der Zeitpunkt spielt hier eine große Rolle, da du eine gute Einkaufsmöglichkeit ausfindig machst. Wenn der Kurs gestiegen ist, wird das Wertpapier zu einem günstigen Zeitpunkt wieder mit Gewinn verkauft.
 

Wie ist der Unterschied zu langfristigen Investitionen?

 
Während du beim Trading und Spekulieren viel Hintergrundwissen und Expertise benötigst, ist langfristiges Investieren in ETFs viel einfacher umsetzbar. Einfach gesagt, investierst du nicht in ein einzelnes Unternehmen, sondern gleich in einen ganzen Markt. Zudem kannst du durch Langfristigkeit über den langen Zeitraum Kursschwankungen einfach aussitzen. Du profitierst als Einsteigerin (oder Faulenzerin =) also von
 
  • der Diversifikation
  • dem langen Anlagezeitraum
  • wenig Zeitaufwand, da du in einen ganzen Markt investierst
 
Wenn du zu Beginn in den Weltmarkt in Form eines Welt-ETFs investierst, kannst du aus der Vergangenheit Rückschlüsse auf die Zukunft schließen und eine Tendenz ableiten. Da du in hundertete, manchmal tausende Unternehmen investierst, ist es dir auch garnicht möglich, dich mit einzelnen Unternehmen auseinanderzusetzen. Du investierst also in das durchschnittliche, breite Wachstum. Und diesbezüglich kannst du dir Werte der Vergangenheit anschauen.

Time in the market beats timing the market

Spekulant*innen und Trader versuchen also den Markt zu schlagen. Sie möchten dadurch höhere Rendite erreichen als der Marktdurchschnitt hergibt. Sie studieren Kurse und steigen schnell in einzelne Unternehmen ein, um zu einem anderen günstigen Zeitpunkt mit Gewinn zu verkaufen.

Bei langfristigen ETF-Investitionen steht aber das langfristige Wachstum und das Zunutzemachen des Zinseszinseffektes im Mittelpunkt. Es gibt daher das Sprichwort: time in the market beats timing the market. Es bedeutet, dass hier die Zeit ein wichtiger Faktor ist, nicht aber der Zeitpunkt.

Bei einem ganzen Markt ist es fast unmöglich vorherzusehen, wann hier die Kurse steigen oder sinken. Da du dich aber einem Durchschnittswert dieses Marktes orientierst, sind die Schwankungen auch weniger hoch (= weniger volatil) und sollten dir weniger Sorgen machen als bei einem einzelnen Unternehmen. Ein Markt schwankt eher aus weltwirtschaftlichen oder politischen Gründen. Diese lassen sich schwer vorausahnen.

Am einfachsten und unaufgeregtesten hast du es, wenn du einen monatlichen Sparplan einrichtest. So kaufst du deine ETF-Anteile mal zu einem höheren, mal zu einem niedrigeren Preis. Im Schnitt nimmst du den durchschnittlichen Preis mit. Dies nennt man auch den Durchschnittskosteneffekt (= Cost average effect).

Manchmal gibt es ihn doch: den richtigen Einstiegszeitpunkt

Erfahrene Investor*innen halten immer Geldreserven bereit, für den Fall, dass sich doch gute Einstiegspreise ergeben. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es einen Crash oder eine Krise gibt. Nachdem es eine politische oder wirtschaftliche Krise gab, kaufen Viele also günstiger Wertpapiere ein, da die Kurse ja gerade stark gesunken sind. Auch hier kann niemand sagen: ist die Krise schon vorbei oder geht es noch weiter abwärts? Langfristig gehst du aber von einer Rückkehr zu bisherigen Kurshöhen und einem weiteren Wachstum aus. Daher kannst du in diesen Zeiten nichtsdestotrotz sehr gut Nachkäufe vornehmen.

Fazit

Der Zeitraum ist beim langfristigen Investieren wohl der wichtigste Faktor; nicht aber der richtige Einstiegszeitpunkt. Wenn du auf den richtigen Zeitpunkt wartest, kann es sein, dass du wertvolle Zeit, in der der Zinseszins für dich arbeiten kann, vergeudest.
Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer. Du selbst oder dein Umfeld wird dir vielleicht sagen: siehst du, das war kein guter Zeitpunkt. Wichtig ist dabei aber, dass du – im besten Fall mit einem monatlichen Sparplan – angefangen hast. Das ist der wichtigste Schritt, um langfristig am Marktwachstum teilzunehmen!

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